What to Prepare Before a First Consultation

12. März 2025 Lilly Bergmann

Ein erstes Beratungsgespräch zur Nachlassplanung oder Vermögensstrukturierung verläuft deutlich ergiebiger, wenn Sie mit den richtigen Unterlagen erscheinen. Viele Eigentümer kommen mit der Erwartung, dass der Berater alle Fragen allein beantwortet – tatsächlich hängt die Qualität der Empfehlung stark davon ab, welche Informationen Sie mitbringen.

Beginnen Sie mit dem Grundbuchauszug Ihrer Liegenschaft. Er zeigt, wer aktuell im Eigentum steht, welche Lasten und Dienstbarkeiten eingetragen sind und ob es Pfandrechte gibt. Gerade bei älteren Immobilien, die über Generationen weitergegeben wurden, finden sich hier oft Eintragungen, die später für Diskussionen sorgen. Ein aktueller Auszug kostet wenig Zeit und erspart im Gespräch viele Rückfragen.

Ebenso wichtig ist eine Übersicht der letzten größeren Investitionen. Wann wurde die Heizung erneuert, wann das Dach saniert, welche Fenster sind bereits getauscht? Diese Angaben beeinflussen nicht nur die Werteinschätzung, sondern auch die Frage, ob in den kommenden Jahren mit größeren Ausgaben zu rechnen ist. Wer hier keine Unterlagen hat, kann zumindest die ungefähren Zeiträume nennen – der Sachverständige oder Notar kann daraus bereits viel ableiten.

Falls Sie über eine Hausverwaltung verfügen, nehmen Sie die letzte Abrechnung sowie den aktuellen Stand der Rücklagen mit. Gerade bei Mehrparteienhäusern ist die finanzielle Situation der Eigentümergemeinschaft entscheidend für die Bewertung. Auch Versicherungspolicen und der letzte Energieausweis gehören in die Mappe – sie geben Aufschluss über den Zustand der Bausubstanz und mögliche Modernisierungsstaus.

Vergessen Sie nicht die persönlichen Dokumente: einen gültigen Lichtbildausweis und, falls vorhanden, Vollmachten oder Vorsorgeverfügungen. Wenn Sie das Gespräch für ein Elternteil führen, klären Sie vorab, ob eine Erwachsenenvertretung besteht oder ob Sie sich auf eine mündliche Auskunft stützen. Notare sind in Österreich an strenge Formvorschriften gebunden – ohne entsprechende Legitimation können sie keine verbindlichen Auskünfte zu Übertragungswegen geben.

Zuletzt: Notieren Sie sich Ihre eigenen Fragen. Was möchten Sie für Ihre Kinder oder Enkel regeln? Gibt es Geschwister, die unterschiedlich bedacht werden sollen? Welche Rolle spielt der Erhalt des Familienbesitzes gegenüber einer möglichen Veräußerung? Je klarer Ihre Vorstellungen sind, desto gezielter kann das Gespräch auf Ihre Situation eingehen und desto weniger Zeit geht für allgemeine Erläuterungen verloren.

Ein gut vorbereitetes Erstgespräch dauert selten länger als eine Stunde und liefert dennoch eine belastbare Grundlage für die weiteren Schritte. Wer die Unterlagen ordnet, bevor der Termin stattfindet, spart nicht nur Zeit, sondern erhält auch eine präzisere Einschätzung – und das ist die Basis für jede solide Entscheidung zur Zukunft Ihrer Immobilie.

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